STAREE-Studie: Statine für Senioren ohne Herzkrankheiten?
Lohnt es sich, bei Menschen über 70 ohne kardiovaskuläre Erkrankung mit einem Statin zur Primärprävention zu beginnen? Genau zu dieser Frage, die Millionen ältere Menschen weltweit betrifft, war die Evidenz bisher dünn. Eine australische Studie, die beim ESC präsentiert wurde, liefert nun Antworten – und wirft neue Fragen auf.

„Mit zunehmendem Alter bestand echte Unsicherheit über den Nutzen von Statinen“, resümierte Prof. Sophia Zoungas vom George Institute for Global Health in Sydney in ihrem Vortrag (1). Für Menschen über 70 konnten die Leitlinien deshalb bisher kaum klare Empfehlungen geben – auch aus Sorge vor möglichen Nebenwirkungen.
Die industrieunabhängig finanzierte STAREE-Studie (2) schloss 9.971 selbstständig lebende Menschen ab 70 Jahren ein. Sie hatten weder eine kardiovaskuläre Erkrankung noch Diabetes oder eine andere zwingende Indikation für ein Statin. Auch relevante kognitive oder körperliche Einschränkungen durften zu Studienbeginn nicht vorliegen. Die Teilnehmenden erhielten randomisiert entweder Atorvastatin bis 40 Milligramm täglich oder ein Placebo. Das mittlere Alter lag bei 74,7 Jahren. Gut 40 Prozent waren mindestens 75 Jahre alt. Etwas mehr als die Hälfte waren Frauen.
- Zoungas S. STAREE: Statins for Reducing Events in the Elderly. ESC Congress 2026, 28. – 31. August 2026, München,
- Zoungas S et al. Atorvastatin, Cardiovascular Events, and Disability-free Survival in Older Adults. New England Journal of Medicine, veröffentlicht am 28. August 2026, doi: 10.1056/NEJMoa2607314
