Präklinische Herzinsuffizienz ist keine Einbahnstraße
Patienten mit Herzinsuffizienz erhalten ihre Diagnose häufig erst sehr spät: in bis zu 80% der Fälle erst auf der Notfallstation. Dabei kann die Erkrankung in frühen Phasen noch günstig beeinflusst, teils sogar rückgängig gemacht werden, wie aktuelle Studiendaten zeigen. Entscheidend ist eine frühzeitige Identifikation präklinischer Stadien.

Die Leitlinien der American College of Cardiology (ACC), American Heart Association (AHA) und Heart Failure Society of America unterscheiden zwei Frühstadien: Stadium A umfasst Personen mit erhöhtem Risiko ohne strukturelle und funktionelle Veränderungen ("gefährdet"), Stadium B solche mit Auffälligkeiten, jedoch noch ohne Symptome ("Prä-Herzinsuffizienz"). Seit 2022 werden auch Patienten mit einem BNP (brain natriuretic peptide) ≥35 pg/ml dem Stadium B zugeordnet. Dadurch stieg zwar die Zahl der Betroffenen in dieser Kategorie, gleichzeitig verbesserte sich jedoch die Risikovorhersage deutlich.
Moore A et al. Preclinical Heart Failure: A Dynamic Trajectory of Progression, Regression, and Risk. J Am Heart Assoc. 2026; 15(4): e043944. doi: 10.1161/JAHA.125.043944