
Durchbruch bei MOGAD?
Für die Behandlung der Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein-Antikörper-assoziierten Erkrankung (MOGAD) stehen bislang keine zugelassenen zielgerichteten Therapien zur Verfügung. Auf dem Jahreskongress der American Academy of Neurology (AAN) präsentierte Phase-III-Daten der METEOROID-Studie liefern nun erstmals robuste randomisierte Evidenz für die Wirksamkeit einer IL-6-Rezeptorblockade.

MOGAD ist eine seltene, entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, bei der Antikörper das Myelin der Nerven angreifen. Ähnlich wir bei der Multiplen Sklerose (MS) können Symptome wie Sehstörungen und Lähmungen auftreten. MOGAD ist allerdings eine eigenständige Diagnose mit spezifischen Antikörpern. Eine zielgerichtete Therapie gibt es bislang nicht.
Die Pathophysiologie der MOGAD weist zunehmend auf eine zentrale Rolle proinflammatorischer Zytokine hin, insbesondere von Interleukin-6 (IL-6). Die Studienautorinnen und -autoren betonen, dass erhöhte IL-6-Spiegel im Liquor sowie präklinische und Beobachtungsdaten „auf eine pathogenetisch relevante Rolle der IL-6-Signaltransduktion“ hindeuten.
Levy M et al.: Safety and efficacy of satralizumab in patients with relapsing myelin oligodendrocyte glycoprotein antibody-associated disease (MOGAD): Results from the phase 3 METEOROID trial. Jahreskongress der American Academy of Neurology (AAN), Chicago, April 2026
