
ASCO Guideline Update zum gastroösophagealen Karzinom
In der systemischen Therapie des fortgeschrittenen gastroösophagealen Karzinoms kommt prädiktiven Biomarkern eine wachsende Bedeutung zu. Orientiert an dieser Entwicklung aktualisierte die ASCO (American Society of Clinical Oncology) kürzlich ihre Empfehlungen zur Immun- und zielgerichteten Therapie von Adenokarzinomen von Magen und gastroösophagealem Übergang (GEJ) sowie für das ösophageale Plattenepithelkarzinom (ESCC).

Das Update stützt sich auf die Erkenntnisse aus zwölf neu publizierten oder aktualisierten randomisierten Phase-III-Studien und legt den Fokus auf PD-L1, HER2, dMMR/MSI-H und CLDN18.2.
Für pMMR/MSS- und HER2-negative Adenokarzinome bestätigt die Leitlinie den Stellenwert einer Checkpoint-Inhibition zusätzlich zur Fluoropyrimidin-/Platin-Dublettenchemotherapie bei PD-L1-positiver Erkrankung. Der Nutzen dieser Therapie steigt mit zunehmender PD-L1-Expression. Die Metaanalyse zeigte eine Hazard Ratio (HR) für das Gesamtüberleben unter Immuntherapie plus Chemotherapie in der Gesamtpopulation von 0,80, für PD-L1 mit einem combined positive score (CPS) ≥1 von 0,76 und für CPS ≥ 10 von 0,67. Dagegen zeigte sich für Tumoren mit PD-L1 CPS <1 kein klarer Überlebensvorteil (HR 0,93).
Shah MA et al., Immunotherapy and Targeted Therapy for Advanced Gastroesophageal Cancer: ASCO Guideline Update. J Clin Oncol 2026; 44, 1145-1165; doi: 10.1200/JCO-25-02958