PCOS ist mehr als eine Zyklusstörung
Das polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS) betrifft 5–20% der Frauen und ist die häufigste Ursache für Hyperandrogenämie, Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit. Dr. Vera Hungerbühler, CEO und leitende Ärztin des Kinderwunschzentrums Yuna in St. Gallen, erläuterte auf dem Kongress für Praktische Gynäkologie und Geburtshilfe (KPGG) die aktuellen Behandlungsansätze und die Rolle von oralen Kontrazeptiva und Metformin.

PCOS beeinflusst den Stoffwechsel und die Psyche der Frau erheblich. „Unabhängig vom Alter und BMI trägt die betroffene Frau lebenslang ein Risiko für kardiovaskuläre und metabolische Erkrankungen“, erklärte Dr. Hungerbühler.
Die genaue Pathophysiologie ist dabei noch unklar. Erhöhte LH- und Insulinwerte steigern die Produktion männlicher Hormone in den Eierstöcken und führen zu einem Androgenüberschuss. Genetische Veranlagung und Übergewicht verstärken die Hyperandrogenämie ebenfalls. Die Diagnose erfolgt nach den modifizierten Rotterdam-Kriterien.