
Ambulante Sauerstofftherapie bei ILD auf dem Prüfstand
Die Frage, ob Menschen mit fibrotischer interstitieller Lungenerkrankung (ILD) mit isolierter Belastungshypoxämie bei alltäglichen Aktivitäten von einer ambulanten Sauerstofftherapie profitieren, wird kontrovers diskutiert. Die Evidenz für ihre Wirksamkeit ist begrenzt.

Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie (1) aus The Lancet stellt etablierte Annahmen infrage. Die Leitlinie (2) der American Thoracic Society (ATS) empfiehlt die Anwendung der mobilen Sauerstofftherapie unter bestimmten Bedingungen. Eine systematische Übersichtsarbeit, die der ATS-Leitlinie zugrunde liegt, berichtete über Verbesserungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQOL) durch mobile Sauerstofftherapie bei ILD. Allerdings, so schreiben die australischen Forschenden der nun vorliegenden Arbeit, basieren diese Ergebnisse auf einer einzigen, nicht verblindeten Crossover-Studie mit zweiwöchiger Behandlungsdauer (3). Weitere Hinweise auf einen Nutzen hinsichtlich Belastbarkeit und Dauer ergaben sich aus Studien, die einzelne Sauerstoffgaben während Belastung im Labor untersuchten.
- Holland AE et al., Ambulatory oxygen for treatment of exertional hypoxaemia in pulmonary fibrosis (PFOX): a multicentre, randomised, sham-controlled trial. The Lancet Respiratory Medicine 2026; 14(4):317–326
- Jacobs SS, Home Oxygen Therapy for Adults with Chronic Lung Disease. An Official American Thoracic Society Clinical Practice Guideline. Am J Respir Crit Care Med 2020; 202:e121–e141
- Visca D et al., Effect of ambulatory oxygen on quality of life for patients with fibrotic lung disease (AmbOx): a prospective, open-label, mixed-method, crossover randomised controlled trial. Lancet Respir Med 2018; 6:759–770
