Lebensstil und Umweltfaktoren: Männliche Fertilität unter Druck
In den letzten Jahren hat die Diskussion über eine globale Krise der Männergesundheit an Bedeutung gewonnen: Experten diskutierten auf dem EAU-Kongress 2026 über die tatsächliche Lage bezüglich Fertilität und Spermienqualität, Testosteronlevel und Hodenkrebs.

Begriffe wie "Dramatisch", "Freier Fall" und "Krise" prägen die öffentliche Debatte um die Prognosen zur Männergesundheit, erklärte Dr. Marij Dinkelman-Smit von der Erasmus-Universität Rotterdam. Diese Begriffe werden oft mit Themen wie Männlichkeit, Stärke und Fortpflanzungsfähigkeit verbunden und dienen als klassische Klickbaits. Dr. Dinkelman-Smit berichtete, dass Männer in ihrer Praxis folglich zunehmend Angst um ihre Gesundheit haben. Sie führte dies auf die leichte Zugänglichkeit medizinischer Informationen, die aber auch oft vermischt sind mit Falschinformationen aus sozialen Medien.
Globale Trends und individuelle Herausforderungen
Es gibt zwar Hinweise auf Veränderungen bei Spermienqualität, Testosteronspiegeln und der Inzidenz von Hodenkrebs. Globale Daten zur Abnahme der Spermienzahlen konnten jedoch in nationalen Kohorten fertiler Männer nicht reproduziert werden, vermutlich aufgrund methodischer Unterschiede. Auch beim Hodenkrebs zeigt sich ein differenziertes Bild. Trotz leicht steigender Inzidenz handelt es sich um eine seltene, aber gut behandelbare Erkrankung. Im Stadium I liegt die Gesamtüberlebensrate dementsprechend bei nahezu 100%.
Plenary Session "Global men’s health crisis", 41st Annual EAU (European Association of Urology) Congress, 13.–16. März 2026, London
