13. Apr. 2026Erhöhte Gesamt- und suizidbedingte Mortalität

Tödliche Essstörungen

Essstörungen sind mit einer erhöhten Mortalität assoziiert. Gemäß einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse gilt das sowohl für die gesamte als auch für die suizidbedingte Sterblichkeit.

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Zu den Essstörungen gehören nach DSM-5 die Anorexia nervosa, die Bulimia nervosa, die Binge-Eating-Störung, die vermeidend-restriktive Essstörung und andere spezifizierte Fütterungs- und Essstörungen. In seine Untersuchung dazu schloss ein internationales Forscherteam 83 Studien aus 17 Ländern ein. Dabei kamen die Daten von gut 300.000 Patientinnen und Patienten mit Essstörungen und über 15 Mio. Kontrollen zusammen. 94,35% waren Frauen, das durchschnittliche Alter lag bei 25,52 Jahren und das Follow-up betrug nahezu 12 Jahre im Schnitt.

Anorexia nervosa mit dem höchstem Risiko assoziiert

Das Vorliegen einer Essstörung war im Vergleich mit der Allgemein­bevölkerung mit einer signifikant höheren Gesamtmortalität assoziiert (Risk Ratio [RR] 4,92; p < 0,001). Unter den einzelnen untersuchten Störungen stand dabei die Anorexia nervosa in Verbindung mit dem höchsten Mortalitätsrisiko (RR 5,52).

Gegenüber den Kontrollen war eine Essstörung auch mit einem signifikant erhöhten Risiko für suizidbedingte Sterblichkeit assoziiert (RR 8,45; p < 0,001). Auch hier war die Anorexia nervosa bei Betrachtung der einzelnen Diagnosen führend (RR 9,86).

Schließlich zeigte sich bei Patientinnen und Patienten mit Essstörungen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung auch eine Assoziation mit einem signifikant erhöhten Risiko für die Mortalität aufgrund von natürlichen (RR 3,47) und unnatürlichen (RR 6,46) Ursachen (beide p < 0,001).

Ein niedrigerer durchschnittlicher Body-Mass-Index und eine kürzere Follow-up-Zeit standen mit einer erhöhten Gesamtmortalität in Verbindung. Männliches Geschlecht, jegliche psychiatrische Komorbidität und komorbider Substanzkonsum, Alkoholkonsum, Stimmungs- oder Persönlichkeitsstörungen waren bei jeder Essstörung signifikant mit einem höheren Gesamtmortalitätsrisiko assoziiert.

Nach der Diagnose früh überwachen

Die Autorinnen und Autoren kommen aufgrund der Resultate ihrer Untersuchung über die Mortalität bei Essstörungen zum Schluss, dass bei Menschen mit Essstörungen die Überwachung von körperlichen und psychiatrischen Komplikationen sowie des Suizidrisikos früh nach der Diagnose unbedingt erforderlich ist. Weitere Forschungsarbeiten sind nötig, um umsetzbare Maßnahmen zu identifizieren, die das mit Essstörungen verbundene Mortalitätsrisiko senken können.