„Obstipation ist ein Symptom, keine Diagnose!“
In der Hausarztpraxis lässt sich Verstopfung meist gut behandeln, wenn man die klinischen Hinweise auf die Ursachen berücksichtigt. Wenn nicht, ist fachliche Expertise gefragt.

Verstopfung liegt vor, wenn ein vollständiger spontaner Stuhlgang seltener als dreimal pro Woche erfolgt. Die Rom-IV-Kriterien für funktionelle Obstipation umfassen auch prolongiertes Pressen, harte Stuhlkonsistenz, unvollständige Entleerung und eine Darmpassagezeit von über 72 Stunden.
"Je länger der Stuhl im Darm bleibt, desto mehr Wasser wird entzogen und desto härter wird er", erklärt Prof. Dr. Mark Fox, Leiter der gastroenterologischen Funktionsdiagnostik an der Klinik Arlesheim. Ein Reizdarmsyndrom besteht, wenn zusätzlich regelmäßig Bauchschmerzen auftreten.
Ausschluss von Alarmsymptomen
Nach dem Ausschluss von Alarmsymptomen wie Blut im Stuhl, Anämie oder Gewichtsverlust fragt man nach Begleiterkrankungen (z.B. Diabetes) und Medikamenteneinnahme (Opiate, Antidepressiva, Anticholinergika). Auch die Anzahl der Geburten, vor allem der vaginalen, und anorektale Eingriffe werden notiert. Die psychosoziale Vorgeschichte hilft, die Schwere und Dauer der Beschwerden zu verstehen. Einfache Laboruntersuchungen (Blutbild, Leberwerte, Kalzium, TSH etc.) sind sinnvoll.
