Treat-to-Target-Strategie bei Gicht?
Leitlinien empfehlen, den Serumharnsäurespiegel bei Gicht dauerhaft unter 357µmol/l zu senken, um Gichtanfälle zu verhindern (sog. Treat-to-Target, T2T). Eine aktuelle Studie legt nun nahe, dass diese Strategie möglicherweise auch die Inzidenz schwerer kardiovaskulärer Ereignisse reduziert.

Gicht-Patienten haben ein 1,5-fach höheres Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, als Menschen ohne Gicht. Für dieses höhere Risiko scheinen in erster Linie akute Gichtanfälle bzw. deren ausgeprägte Entzündungsreaktion verantwortlich zu sein.
Studien zeigen: Unter einer konsequenten harnsäuresenkenden Therapie treten nachweislich weniger Gichtanfälle auf. Eine große populationsbasierte Beobachtungsstudie aus England versuchte nun zu klären, ob diese Strategie über die Gelenke hinaus auch kardiovaskuläre Vorteile bringt (1).
- Cipolletta E et al. Treat-to-Target Urate-Lowering Treatment and Cardiovascular Outcomes in Patients With Gout. JAMA Intern Med. 2026 Jan 26: e257453. doi: 10.1001/jamainternmed.2025.7453.
- Richette P et al. Urate Lowering and Cardiovascular Risk—Extending the Benefits of a Treat-to-Target Strategy in Gout. JAMA Intern Med. 2026; doi: 10.1001/jamainternmed.2025.7459.