Entzündliche Kniearthrose: Neuer Therapieansatz mit wenig Effekt
Schmerzen sind für viele Patienten mit einer Kniearthrose Alltag. Kortisonspritzen bieten dabei oft schnelle Hilfe. Doch ihr Nutzen ist umstritten und Schäden am Knorpel möglich. Eine neue Studie verfolgte nun einen anderen Ansatz: Glukokortikoide gezielt in den infrapatellaren Fettkörper und nicht direkt in das Gelenk zu injizieren. Aber die Ergebnisse dämpfen die Erwartungen.

Die Kniearthrose gilt schon lange nicht mehr als rein mechanischer Verschleiß, sondern als komplexe Erkrankung mit unterschiedlichen Ausprägungen. Ein wichtiger Subtyp ist die entzündliche Gonarthrose. Die Entzündung nimmt dabei häufig im sog. infrapatellaren Fettkörper ihren Ursprung. Dabei handelt es sich um ein spezialisiertes Fettgewebe unterhalb der Patella, das in enger Nachbarschaft zur Synovia liegt. Es ist reich an Adipozyten und Immunzellen und kann entzündliche Botenstoffe freisetzen. Diese schädigen jedoch Knorpel, Synovia sowie den darunterliegenden Knochen und beschleunigen so das Fortschreiten der Arthrose.
Zhang Y et al. Infrapatellar Fat Pad Glucocorticoid Injection in Knee Osteoarthritis - A Randomized Clinical Trial. JAMA Netw Open. 2026; 9(1): e2549938.