Nierensteine betreffen zunehmend auch Kinder
Die Häufigkeit von Nierensteinen (Nephrolithiasis) bei Kindern hat in den letzten zwei Jahrzehnten stetig zugenommen.

Zu den häufig genannten Umweltfaktoren für diesen Anstieg zählen Übergewicht, der vermehrte Konsum fruktosehaltiger Getränke, ein hoher Salzgehalt in Fastfood, eine verminderte Flüssigkeitszufuhr sowie eine unzureichende orale Kalziumzufuhr. Auch der zunehmende Einsatz von Antibiotika kann eine Rolle spielen, da diese oxalatabbauende Bakterien im Darm reduzieren können.
Ein weiterer besorgniserregender Faktor ist der Klimawandel, insbesondere durch längere Hitzeperioden. Harnstein-Episoden treten nach Phasen mit hohen Temperaturen häufiger auf, was mit einer erhöhten Konzentration des Urins zusammenhängt.
„Damit sich Nierensteine bilden, wirken oft mehrere Faktoren zusammen. Nierensteine entstehen, wenn der Urin mit bestimmten steinbildenden Substanzen übersättigt ist und gleichzeitig schützende Stoffe fehlen, die die Kristallbildung hemmen. Zu den steinbildenden Substanzen zählen unter anderem Kalziumoxalat, Kalziumphosphat und Harnsäure, zu den schützenden Substanzen zählen Zitrat und Magnesium“, erklärt Univ. Prof. Dr. Siegfried Waldegger, Kinder- und Jugendnephrologe und Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ).
In Industrieländern wurde ein jährlicher Anstieg der Erkrankungshäufigkeit von 4–10 % berichtet. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Nierensteinen im Kindesalter hat sich im letzten Jahrzehnt verfünffacht.
„Während der Pubertät kommt es zu einem besonders starken Anstieg der Häufigkeit, wobei Umweltfaktoren eine große Rolle spielen. Bei Kleinkindern sind hingegen anatomische, metabolische und genetische Ursachen die Hauptauslöser für Harnsteine. Je jünger die Kinder sind, desto häufiger liegen angeborene genetische Stoffwechselstörungen vor“, ergänzt Univ. Prof. Dr. Waldegger, Oberarzt an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Innsbruck.
Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ)
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