21. Mai 2024International Conference of the American Thoracic Society

ATS 2024: Mykobakterien auf dem Vormarsch

Infektionen mit nichttuberkulösen Mykobakterien sind in Europa selten, nehmen jedoch weltweit an Bedeutung zu. Gefährdet sind neben Immunsupprimierten vor allem Patientinnen und Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen.

Enterobacteriaceae.
Maksym Yemelyanov/AdobeStock

Neben der zunehmenden Verbreitung der Tuberkulose gewinnen auch Infektionen mit nichttuberkulösen Mykobakterien (NTM), früher als „atypische“ oder „ubiquitäre“ Mykobakterien bezeichnet, auch in den Industriestaaten an Bedeutung. Diese Bakterien sind mit mehr als 150 Spezies in der Umwelt vertreten und zumeist wenig pathogen. Doch krankheitsrelevante Infektionen mit diesen Keimen nehmen zu, wie Prof. Dr. Ashley Losier von der Yale University ausführt. Als opportunistische Pathogene können die NTM eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen verursachen. Gefährdet sind vor allem Menschen mit strukturellen Lungenkrankheiten oder einem kompromittierten Immunsystem. Besonders hoch ist die Prävalenz dieser Erkrankungen in Afrika, aber auch in Asien und Australien sind symptomatische NTM-Infektionen deutlich häufiger als in Europa.1 Für die USA wurde in den Jahren 2008–2015 annähernd eine Verdoppelung der Erkrankungszahlen festgestellt, wobei die Fallzahlen mit 16 auf 100.000 Personenjahre immer noch gering sind.2

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Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum pneumo