29. Nov. 2023Spritze oder Messer

ÖDG 2023: Inkretin-Rezeptor-Agonisten vs. bariatrische Chirurgie

Bariatrische Eingriffe können nicht nur eine erhebliche Gewichtsreduktion bewirken, sie führen auch bei adipösen Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes in einem hohen Prozentsatz zur Diabetes-Remission. Angesichts der ausgeprägten Effekte der Inkretinmimetika sowohl auf das Körpergewicht als auch auf den Blutzucker stellt sich heute die Frage, welchen Stellenwert die invasive bariatrische Chirurgie noch hat.

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Die bariatrische Chirurgie führt nicht nur zum Verlust von Körpergewicht, sondern hat auch eine Vielzahl metabolischer Effekte. Es kommt zur Modifikation der intestinalen Hormonfreisetzung, zu veränderten Nahrungspräferenzen, zu Veränderungen des Energiehaushalts und des Stoffwechsels der Gallensäuren, Anpassungen des Mikrobioms sowie zur Reduktion von systemischer Inflammation und oxidativem Stress, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik von der Medizinischen Abteilung mit Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie an der Klinik Landstraße in Wien. Damit steigen die Chancen auf Remission eines bestehenden Typ-2-Diabetes. Über 1–2 Jahre nach einem bariatrischen Eingriff nehmen die Inkretin-Effekte, die Insulinsekretion, die Insulinsensitivität in der Leber und mit etwas Verzögerung auch die periphere Insulinsensitivität zu.

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