ECNP: Mögliche Erklärung für die verzögerte Wirksamkeit von Antidepressiva
Die Verzögerung der therapeutischen Wirkung von Antidepressiva ist ein Rätsel, seit sie vor über 50 Jahren zum ersten Mal entdeckt wurde. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) zeigen typischerweise erst nach Wochen eine Verbesserung der psychischen Gesundheit. Auf dem 36. Kongress des European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) in Barcelona vorgestellte Forschungsergebnisse werfen Licht auf die zugrundeliegenden Mechanismen, die zu diesem Phänomen beitragen.1,2

Die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie wurde von einer Gruppe von Forschenden aus Kopenhagen, Innsbruck und der University of Cambridge durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich über die ersten Wochen der SSRI-Einnahme physische Veränderungen im Gehirn vollziehen, die zu einer erhöhten Plastizität des Gehirns führen. Diese Erkenntnis könnte einen Mechanismus zur Erklärung der antidepressiven Wirkung von SSRIs darstellen.
- Johansen A et al.: Escitalopram increases synaptic density in the human brain over weeks. P.0378, ECNP, Barcelona, 8.10.23, https://www.ecnp.eu/congress2023/ECNPcongress/programme/programme#!abstractdetails/0000552740
- Presseaussendung ECNP, 9.10.23
- Johansen et al., Mol Psychiatry 2023; doi: 1038/s41380-023-02285-8
