ÖGP 2023: Kausale Therapien für zystische Fibrose
Der erste, im Jahr 1993 unternommene Versuch, die Mukoviszidose dadurch zu heilen, dass ein gesundes Gen als Gen-Ersatz in die Zelle eingeschleust wird, scheiterte noch daran, dass das genetische Material zu schnell wieder abgebaut wurde. Nachdem es jahrelang relativ ruhig um die Gentherapie war, gibt es dank der in der Pandemie weiterentwickelten Techniken derzeit einen neuen Boom bei kurativen Therapieansätzen für die zystische Fibrose (CF).

Bei der zystischen Fibrose (CF), einer autosomal-rezessiv vererbten Stoffwechselerkrankung, produzieren die exokrinen Drüsen aufgrund von Mutationen des CFTR-Gens einen abnorm zähen Schleim, der zu einer Schädigung der Lunge und anderer Organe führt. Man kennt heute über 2.000 verschiedene CFTR-Mutationen, die funktionell in 3 große Gruppen eingeteilt werden können: Folge der Mutation kann sein, dass überhaupt kein CFTR-Protein produziert wird, dass zu wenig vorhanden ist oder dass ein fehlerhaftes Protein entsteht. Ziel der Modulatortherapie, die seit einigen Jahren mit großem Erfolg zum Einsatz kommt, ist es, die Funktion des defekten CFTR-Proteins zu verbessern. Diese Strategie ist allerdings nicht für Betroffene geeignet, die gar kein CFTR-Protein produzieren, und auch bei anderen Mutationen manchmal nur begrenzt wirksam. „Für diese Patientinnen und Patienten brauchen wir andere Ansätze“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Carsten Schwarz, Ärztlicher Leiter der Sektion Cystische Fibrose, CF-Zentrum Potsdam. Das ultimative Ziel der CF-Forschung bleibt die Entwicklung von kausalen Therapien, durch die die Zellen in die Lage versetzt werden, selbst genügend funktionsfähiges CFTR-Protein zu bilden. Dieses Forschungsfeld hat in den letzten Jahren nicht zuletzt durch neue Techniken, die für die Herstellung von Corona-Impfstoffen entwickelt wurden, einen enormen Aufschwung erfahren.