Therapie der Schizophrenie: Keine Angst vor dem Depot
Therapie-Adhärenz ist ein entscheidendes Problem im langfristigen Management der Schizophrenie. Mangelnde Adhärenz ist mit einem massiv erhöhten Risiko von Rezidiven assoziiert, die wiederum zum Verlust von Funktion sowie zum schlechteren Ansprechen auf neuerliche Therapieversuche führen. Einen Ausweg aus dieser Situation bietet antipsychotischen Medikation in Depotform.

Schizophrenie ist mit einem hohen Rezidivrisiko verbunden. Rückfälle führen häufig zu unerwünschten sozialen oder beruflichen Konsequenzen, wie Prof. Ramlingam Chithiramohan, Psychiater und ehemaliger Deputy Medical Director der Birmingham and Solihull Mental Health Foundation, ausführt. Ein wesentlicher Faktor, der zum Auftreten von Rezidiven beiträgt, ist mangelnde Adhärenz. Hier ergibt sich für die Schizophrenie ein Teufelskreis, zumal die Symptome der Erkrankung ihrerseits zu einer erratischen oder fehlenden Adhärenz beitragen. Rückfälle verstärken dieses Problem weiter, da sie zu klinischer und funktioneller Verschlechterung führen und Therapieresistenz fördern. Damit steigt das Risiko von Hospitalisierungen, Selbst- oder Fremdgefährdung und Obdachlosigkeit. Dies bedeutet auch eine höhere Belastung für Familien und Gesundheitssysteme. Für die Betroffenen sind Rückfälle mit einem Verlust an Selbstwertgefühl verbunden.
- Takeuchi H et al., Neuropsychopharmacology 2019; 44(6):1036–1042
- Tiihonen J, Tanskanen A, Taipale H, Am J Psychiatry 2018; 175(8):765–773
- Boonstra G et al., Int J Psychiatry Clin Pract 2011; 15(2):128–34
- Nasrallah HA, Acta Psychiatr Scand 2007; 115(4):260–7
- Nielsen RE et al., Schizophr Res 2018; 202:234–240
- Caroli F et al., Patient Prefer Adherence 2011; 5:165–71
- Tiihonen J et al., Am J Psychiatry 2011; 168(6):603-9
- Leucht S et al., Cochrane Database Syst Rev 2012 16; (5):CD008016