Jugendpsychiatrie in der Krise
Vom System fallen gelassen und in Randgruppen gedrängt – so ergeht es Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen, die keine Hilfe bekommen. Fachleute, Ehrenamtliche, Angehörige und Betroffene diskutieren, woran die Gesellschaft scheitert und was zu tun ist.

„Im Kinder- und Jugendbereich gibt es schon länger eine Mangelversorgung, die sich durch die Pandemie und den dadurch gestiegenen Bedarf zugespitzt hat – mit einem massiven Anstieg an Akutaufnahmen und Suizidalität.“ Mit diesen Worten eröffnet Dr. Laura Fragner von der Wiener Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie eine Podiumsdiskussion bei der Tagung „Die subjektive Seite der Schizophrenie“. „Wir sehen einen hohen Bedarf mit viel zu wenig spezifisch ausgebildetem Personal.“ Es fehlt sowohl an Fachärzten als auch Pflegepersonal. „Das geht in Wien so weit, dass es zwar eine fix fertig errichtete Abteilung gibt, diese aber nicht eröffnet werden kann, weil einfach kein Personal vorhanden ist.“ Ein eklatanter Mangel bestehe auch im niedergelassenen Bereich: „Das hat zur Folge, dass die meisten Symptome nur in sehr, sehr akuten Zuständen abgefangen werden können.“
