
Weichen für günstigen oder aggressiven Verlauf bereits im ersten Trimenon gestellt
Neuroblastome sind häufige solide Tumoren im Säuglings- und Kleinkindalter, die sich bereits während der Schwangerschaft entwickeln. Diese Entwicklung findet unabhängig von ihrem späteren klinischen Verlauf statt. Die Prognose reicht von spontaner Regression bis hin zu aggressivem Fortschreiten. Zu welchem Zeitpunkt sich jedoch entscheidet, ob sich das Neuroblastom spontan zurückbildet oder ein aggressives Wachstum aufweist, war bisher unklar. Ein Forscherteam des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Hopp-Kinderkrebszentrums in Heidelberg (KiTZ) hat diese Vorgänge nun untersucht.

Neuroblastome sind nach der akuten lymphatischen Leukämie die zweithäufigste bösartige Krebserkrankung im Kindesalter. Pro Jahr ist etwa eines von 100.000 Kindern betroffen. Sie treten vor allem im Bereich der Nebennieren und manchmal auch entlang der Wirbelsäule oder im Bauchbereich auf. Der Verlauf der Erkrankung ist äußerst individuell, so bildet sich in manchen Fällen der Tumor auch ohne Therapie spontan zurück, während bei rund 50 Prozent der Patient:innen auch eine intensive Therapie das Tumorwachstum nicht stoppen kann. Derzeit ist es nicht möglich, die Risikopatient:innen bereits vor oder bei Diagnosestellung zu identifizieren.