23. März 2023Blutfettwerte und Co.

Gibt es Geschlechtsunterschiede in der Lipidtherapie?

Obwohl in den Dyslipidämie-Guidelines für alle Risikopatientinnen und -patienten geschlechtsunabhängig die gleichen LDL-C-Zielwerte und die gleichen therapeutischen Maßnahmen empfohlen werden, wird die Sekundärprophylaxe bei Frauen nach wie vor nicht so konsequent umgesetzt wie bei Männern. Geschlechtsunterschiede gibt es auch hinsichtlich der Bedeutung von erhöhtem LDL-Cholesterin als kardiovaskulärer Risikofaktor und bei der Effektivität bestimmter lipidsenkender Medikamente.

vielfalt, regenbogen, lgbtqi, lgbtq-rechte, geschlecht, stolz, menschengruppe, menschenrechte, regenbogenstolz, menschen, gruppe, montage
Ada daSilva/GettyImages

Mit den verbesserten therapeutischen Möglichkeiten sind in den letzten Jahren auch die Lipidziele in den Guidelines immer ambitionierter geworden. Für die kardiovaskuläre Primärprävention sollte laut der aktuellen Leitlinie1 der European Society of Cardiology (ESC) und der European Atherosclerosis Society (EAS) zur Diagnostik und Therapie von Dyslipidämien der LDL-Cholesterin-Wert selbst bei einem geringen Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis (10-Jahres-Risiko für kardiovaskulären Tod <1%) nach Möglichkeit unter 116mg/dl liegen. Patientinnen und Patienten mit moderatem Risiko (10-Jahres-Risiko 1–5%) wird empfohlen, einen LDL-C-Wert <100mg/dl anzustreben. Für Hochrisikopatient:innen (10-Jahres-Risiko 5–10%) wird als Ziel eine mindestens 50%ige LDL-C-Senkung und ein LDL-C <70mg/dl ausgegeben. Bei Höchstrisikopatient:innen (10-Jahres-Risiko ≥10%) sollte nicht nur eine mindestens 50-prozentige LDL-C-Reduktion erreicht, sondern das LDL-C sogar unter 55mg/dl gesenkt werden.

Um den Inhalt zu sehen, müssen Sie sich einloggen oder registrieren.