Kardiovaskuläres Screening mittels CT: Die Diskussion kann beginnen
Kardiovaskuläres Screening inklusive eines Herz-CT könnte die Inzidenz schwerer kardiovaskulärer Ereignisse reduzieren. Das legen die im Rahmen des ESC 2022 vorgestellten Ergebnisse der dänischen DANCAVAS-Studie nahe. Allerdings mit einem erheblichen Fragezeichen. Denn die Studie ergab nur für jüngere Teilnehmer positive Resultate, womit der primäre Endpunkt verfehlt wurde.

Der Aufwand war beispiellos. Für die Studie DANCAVAS wurden mehr als 45.000 Männer zwischen 65 und 74 Jahren randomisiert entweder zu einer Screening-Untersuchung eingeladen, die auch eine Computertomographie des Herzens mit Bestimmung des Kalzium-Scores inkludierte, oder blieben, wie in Dänemark üblich, in der Versorgung ihrer Allgemeinmediziner ohne geplante Screening-Maßnahmen. Neben der Bildgebung wurden im Rahmen der Untersuchung Blutdruckmessungen an allen vier Extremitäten durchgeführt sowie Cholesterin und HbA1c bestimmt. Im Falle von Auffälligkeiten wurden den Patienten medikamentöse Therapien, insbesondere Statine und Aspirin, sowie im Falle eines Aortenaneurysmas eine chirurgische Intervention angeboten. Informationen zu den Outcomes inklusive Medikamentenverschreibungen wurden aus den sehr genauen dänischen Registern bezogen. Wurde im CT ein erhöhter Kalziumscore gefunden, so wurde dem Betroffenen die präventive Einnahme eines hochwirksamen Statins sowie von Aspirin empfohlen, sofern sie diese nicht bereits einnahmen. Primärer Endpunkt war die Gesamtmortalität. Sekundäre Endpunkte waren Schlaganfälle, Myokardinfarkte, Amputationen wegen Gefäßerkrankungen sowie Aortenruptur.