14. Sep. 2023Wundversorgung

Wund?Gesund!: Zugang zu innovativen Produkten gewährleisten!

Von entscheidender Bedeutung für die Wundversorgung in Österreich seien qualitativ hochwertige Innovationen, die auch bei den Patientinnen und Patienten ankommen, betont Mag. Martina Laschet, Sprecherin der Initiative Wund?Gesund! anlässlich des Tages der Wunde am 15. September 2023. „Meine Botschaft an alle Schlüsselpersonen im Gesundheitswesen ist, dass wir es uns gelingen muss, ein patientenzentriertes Gesundheitssystem zu schaffen!“

Close-up female doctor is bandaging upper limb of patient.
VadimGuzhva/AdobeStock

Eine Möglichkeit zur niederschwelligeren Versorgung mit Verbandsmaterial sieht Mag. pharm. Heinz Haberfeld, Präsident der Apothekerkammer Niederösterreich, in der vereinfachten Abgabe durch Apothekerinnen und Apotheker. „Derzeit muss der Arzt bzw. die Ärztin einen Verordnungsschein ausstellen, dieser wird an die Sozialversicherung geschickt, dort wird sie chefärztlich bewilligt, dann wird die Industrie beauftragt, diese Produkte an die Patientinnen und Patienten zu liefern. So vergehen zum Teil Tage, bis das Verbandsmaterial bei denen ist, die es brauchen“, beschreibt er den aufwendigen Weg zur Versorgung mit den Produkten. „Im Gesamtvertrag der Sozialversicherung mit der Österreichischen Apothekerkammer beschäftigen sich fast 40 Seiten beinahe ausschließlich mit dem Thema, welcher Verbandsstoff wo abgegeben werden kann. Der Prozess ist nicht einheitlich, es gibt Unterschiede zwischen jeder Versicherung und auch von Bundesland zu Bundesland und dann kommt es noch darauf an, ob im Ort ein Bandagist vorhanden ist. Teilweise braucht es wirklich viel Know-how, damit Patientinnen und Patienten, aber auch Apothekerinnen und Apotheker sich durch diesen Dschungel von Bürokratie arbeiten, ob sie ein bestimmtes Material abgeben dürfen oder nicht“, beklagt Haberfeld.

Als Nahversorger von täglich 400.000 Personen würde die Apothekerkammer sich wünschen, ihre Kundinnen und Kunden unmittelbar versorgen zu können. „Für diese bürokratischen Hürden haben wir wenig Verständnis. Meine Zielvorstellung ist, dass der Patient bzw. die Patientin mit einer Verordnung in die Apotheke kommt, wir diese elektronisch abrufen und die Betroffenen sofort versorgen können.“ Bei konventionellen Verbandsstoffen sei das in der Regel auch möglich. Moderne Verbandsstoffe seien in den meisten Apotheken jedoch nicht lagernd, weil sie einerseits teuer sind und die Konsumentinnen und Konsumenten sie nicht privat bezahlen können und wollen. „Wenn die Verordnung von Medikamenten gleichzeitig mit Applikationsmitteln möglich ist, können wir es sofort abgeben bzw. bestellen. Das würde ich mir für die Betroffenen wünschen“, versichert der niederösterreichische Kammerpräsident.

Wundmanager werden nicht erstattet!

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