Eiweißstoff auf Krebszellen als Bremse für das Immunsystem
17.08.2017 – Ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung fand im Rahmen einer Studie heraus, dass an der Oberfläche von Tumorzellen ein Eiweißstoff sozusagen als Bremskraftverstärker fungiert, um die Angriffe des Immunsystems zu stoppen.
Bei KrebspatientInnen, bei denen der Tumor bereits Metastasen gebildet hat, drosseln die Krebszellen die Aktivität des Immunsystems, wodurch sie recht ungestört wuchern können. Studienleiter Ton Schumacher (Niederländisches Krebsinstitut, Amsterdam) erklärt dazu, dass die Krebszellen eine natürliche Bremse für bestimmte Immunzellen (T-Zellen) missbrauchen würden. Diese „Bremse“ besteht aus den Eiweißstoffen PD-1 und PD-L1.
Das Team, dem auch Thijn Brummelkamp (Forschungszentrum für Molekulare Medizin, Wien) angehört, fand heraus, dass der Eiweißstoff CMTM6 die Menge an PD-L1 in den Zellen hoch hält und somit dazu beiträgt, dass die Aktivitäten der T-Zellen gedrosselt werden. Das an der Oberfläche von Krebszellen befindliche CMTM6 stabilisiert PD-L1, so Schumacher.
Die AutorInnen der im Fachmagazin „Nature“ erschienen Studie hoffen dadurch auf einen weiteren Schritt in der Krebstherapie.
Quelle: APAMED