Versuch einer entwirrten Vaskulitis-Klassifikation
Die ANCA-assoziierten Vaskulitiden könnten in Zukunft nicht mehr nach ihrer klinischen Präsentation, sondern nach dem vorherrschenden ANCA-Typ klassifiziert werden. Dieser neue Zugang kann auch praktische klinische Implikationen mit sich bringen. (Medical Tribune 50-52/18)
Die Vaskulitiden stellen ein weites und komplexes Feld von Erkrankungen dar, deren Nomenklatur und Systematik sich in ständiger Bewegung befindet und in ihrer Gesamtheit nur für ausgewiesene Spezialisten zu überblicken ist. Gegenwärtig ist für die ANCA-assoziierten Vaskulitiden (AAV) ein neues Konzept in Diskussion, wie Prof. Dr. Alfred Mahr von der Universität Paris Diderot ausführt. Typisch für diese Gruppe von Erkrankungen sind antineutrophile cytoplasmatische Antikörper (ANCA). Eine Einteilung erfolgt in unterschiedliche Phänotypen wie zum Beispiel Mikroskopische Polyangiitis (MPA), Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis oder nur Granulomatose mit Polyangiitis. Dazu sind alte Namen wie Morbus Wegener oder Churg-Strauss- Syndrom quasi hinter vorgehaltener Hand in Verwendung.