7. Juni 2024Ethische Herausforderung

ÖKG-Jahrestagung: Künstliche Intelligenz in der Medizin

Künstliche Intelligenz (KI) soll menschliche Entfaltung, Autorschaft und Handlungsmöglichkeiten erweitern und nicht begrenzen. KI darf den Menschen nicht ersetzen. Auf diese Kernbotschaft verständigte sich der Deutsche Ethikrat im Rahmen seiner 400 Seiten starken Stellungnahme zur Einschätzung der KI. Die ehemalige Vorsitzende des Ethikrates, Prof. Dr. Alena Buyx, referierte bei der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) in Salzburg.

Herzschlaglinie wird in einen digitalen KI-Code umgewandelt, KI-Rolle bei der Echtzeit-Patientenüberwachung und beim
irissca/AdobeStock

Die Frage nach dem Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI) und ihren potenziellen Gefahren beschäftigt die Philosophie und die Kunst seit den 1950er Jahren – auch wenn die technische Umsetzung damals noch rein in den Bereich der Science Fiction fiel, wie beispielsweise in den Filmen „2001“ und „Dark Star“ zu sehen. „Zum Glück haben wir uns mittlerweile gesellschaftlich darauf geeinigt, dass KI weder die größte Bedrohung der Menschheit ist noch etwas, das uns ein arbeitsbefreites Leben schenken wird“, sagt die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Prof. Dr. Alena Buyx vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Technischen Universität München bei der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Kardiologie (ÖKG) 2024.

In dem über mehrere Jahre erarbeiteten und mehr als 400 starken Bericht zur künstlichen Intelligenz widmete sich der Ethikrat zunächst ausführlich den Fragen nach der Natur von Intelligenz und Verantwortung. Woraus sich eine weitere Frage ergibt, so Buyx, nämlich: Kann eine KI im moralischen Sinne verantwortlich sein? Dies sei jedoch ausschlaggebend dafür, welche Entscheidungen man der KI überlassen könne. In diesem Punkt habe im Ethikrat überraschende Einigkeit geherrscht und man kam zu einem klaren „Nein“.  Eine Gleichsetzung der Möglichkeiten künstlicher mit menschlicher Intelligenz im Hinblick auf kluges und planvolles Entscheiden wurde zum aktuellen Zeitpunkt als drastische Abwertung der menschlichen Intelligenz eingestuft.

KI ist Meisterin in Mustererkennung und Management großer Datenmengen

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