25. Juni 2026Beschwerden richtig einordnen

Muskelverletzungen in der Apotheke

Nach dem Halbmarathon schmerzt die Wade, nach dem ersten Schitag zieht es im Oberschenkel, und ein falscher Antritt beim Fußball beendet die Saison. Muskelverletzungen gehören zu den häufigsten Beratungsanlässen nach Sport. Doch was ist eine harmlose Überlastung, und wann handelt es sich um eine Muskelverletzung, die ärztliche Abklärung braucht? Und welche Empfehlungen halten stand, wenn man die Evidenz sichtet?

Running sport injury leg pain – runner woman runner hurting holding painful sprained ankle muscle.
Maridav/stock.adobe.com

Die Sportmedizin unterscheidet heute systematisch zwischen funktionellen und strukturellen Muskelverletzungen – ein Ansatz, der mit der Munich Consensus Classification 2013 etabliert wurde und die frühere, rein größenbasierte Einteilung abgelöst hat.1

Als funktionelle Verletzungen gelten Verhärtungen, Ermüdungsbeschwerden, Muskelkater und Zerrungen – ohne makroskopische Faserrisse. Strukturelle Verletzungen hingegen sind Muskelfaserriss, Muskelbündelriss und (sub)totale Rupturen – mit messbarem Gewebeschaden. Die British Athletics Muscle Injury Classification ergänzt diese Einteilung um eine radiologische Graduierung.2

Für die Beratung in der Apotheke ist die Unterscheidung funktionell/strukturell die entscheidende Trennlinie. Sie bestimmt, was die Person selbst managen kann, was ärztlich abzuklären ist und wie lange der Ausfall realistisch dauert.1

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