Apotheke in Estland: Marzipan-Workshop und E-Rezept
Warum das baltische Estland auch E-Estland genannt wird und die Ratsapotheke in der Hauptstadt Tallinn ein Touristen-Hotspot ist.

Wer die estnische Metropole Tallinn besichtigt, bekommt nicht nur die Wehrtürme „Dicke Margarethe“ und „Langer Hermann“ zu Gesicht, sondern garantiert auch die Raeapteek (Ratsapotheke). Schließlich liegt sie am prächtigen mittelalterlichen Rathausplatz. Obendrein lockt dort ein Apothekenmuseum mit Skurrilitäten vergangener Zeiten, wo man von Augentropfen aus Igelurin und Fledermausblut hört.
Seit über 600 Jahren gibt es die Apotheke schon. Damit handelt es sich um die älteste Apotheke Europas in immer genau denselben Räumlichkeiten. Der Betrieb hat die dänische, schwedische, polnisch-litauische, deutsche und russische Herrschaft überdauert, bis sich Estland 1991 für unabhängig erklärt hat.
Die reiche Tradition der Apotheke ist auch am Krokodil erkennbar, das an der Decke der Offizin hängt. Im Mittelalter schmückten sich Apotheken, die mit der Zeit gehen wollten, gerne mit den damals üblichen exotischen Heilmitteln.