Pneumokokken-Impfstoffe: welche, wann, für wen?
Fluktuationen der Serotypen und neue Impfstoffe erfordern regelmäßige Updates bei Pneumokokken-Impfungen. Bei Kindern, die nach dem 2+1-Schema geimpft werden, löst der 15-valente den 13-valenten Impfstoff ab. Dass sich die österreichischen Empfehlungen für die Impfung von Erwachsenen von denen in unseren Nachbarländern unterscheiden, hat damit zu tun, dass es in Deutschland und der Schweiz nationale Impfprogramme für Erwachsene gibt, die nicht nur wirksam, sondern auch kosteneffektiv sein müssen.

Pneumokokken gehören zu den häufigsten und gefährlichsten bakteriellen Erregern von Atemwegserkrankungen. Im Schnitt gab es in den Jahren vor und nach der Covid-19-Pandemie in Österreich pro Jahr 6,3 invasive Pneumokokken-Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Die Altersverteilung zeigt einen typischen U-förmigen Verlauf: Besonders gefährdet sind Kinder unter einem Jahr (Inzidenz 15/100.000) und ältere Personen (Inzidenz bei über 80-Jährigen 22/100.000). Das Alter der Erkrankten hat einen wesentlichen Einfluss auf die Manifestation der Infektion: „Die gefürchtete Pneumokokken-Meningitis betrifft vor allem Säuglinge, während die Pneumokokken-Sepsis eher bei älteren Patientinnen und Patienten zu finden ist“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Ursula Wiedermann, Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin, Medizinische Universität Wien.