3. Okt. 2026Philipps Uni Marburg

Pneumonie: Eosinophilenzahl als Warnsignal

Eine Eosinopenie wurde bereits mit ungünstigen Verläufen bei ambulant erworbener Pneumonie (CAP) in Verbindung gebracht. Ihr Zusammenhang mit dem Ressourcenverbrauch im Krankenhaus war jedoch bisher unklar. Nun zeigte ein Team aus Marburg, dass eine niedrige Eosinophilenzahl im Blut bei Patientinnen und Patienten mit CAP frühzeitig auf einen schwereren Krankheitsverlauf einer Pneumonie hinweist.

Eosinophilenzahl
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Dr. Barbara Weckler und Prof. Dr. Bernd Schmeck untersuchen die Schwere von Infektionen der Atemwege.

Für die Studie wertete das Forschungsteam Daten von 2.880 erwachsenen Patientinnen und Patienten mit CAP aus. Sie alle wurden im Rahmen des CAP­NETZ-Netzwerks an deutschen Universitätskliniken behandelt. Die Teilnehmenden waren zwischen 56 und 78 Jahre alt.

Grenzwert von höchstens 10 Eosinophilen/μl

Dabei zeigte sich ein Zusammenhang. Bei Patientinnen und Patienten mit höchstens 10 Eosinophilen/µl Blut war eine intensivmedizinische Behandlung häufiger erforderlich als bei höheren Eosinophilenwerten (14,2 vs. 8,5%; p <0,001; adjustierte OR 1,78). Auch eine invasive oder nichtinvasive Beatmung wurde in dieser Gruppe häufiger benötigt (9,1% vs. 5,2%; p = 0,003; adjustierte OR 1,82). Zudem war die durchschnittliche Krankenhausverweildauer mit 10,2 gegenüber 9,0 Tagen länger (p = 0,013).

Die Eosinophilenzahl könnte damit einen weiteren Hinweis darauf geben, welche Personen eine engmaschigere Überwachung benötigen. „Die Eosinophilenzahl im Blut kann ohne zusätzlichen Aufwand helfen, bereits bei der Aufnahme abzuschätzen, welche Patientinnen und Patienten voraussichtlich einen höheren Behandlungsbedarf im Krankenhaus haben“, so Erstautorin Dr. Barbara Weckler. Dies könnte nach Einschätzung der Forschenden dazu beitragen, Überwachung, Therapie und den Einsatz von Krankenhausressourcen frühzeitig gezielter zu planen.

Weitere Untersuchungen müssen nun klären, wie sich der Marker in klinische Entscheidungsprozesse integrieren lässt. Eine weitere Frage ist, welche biologischen Mechanismen hinter dem Zusammenhang zwischen einer niedrigen Eosinophilenzahl und schwereren Verläufen von Pneumonien stehen.

Die gesamte Presseaussendung können Sie hier nachlesen.

Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum pneumo