4. Okt. 2026Gezielt und weniger invasiv intervenieren

Europäische Konsensus-Leitlinie zum neonatalen Atemnotsyndrom

Für die 7. Version der europäischen Konsensus-Leitlinie zum neonatalen Atemnotsyndrom (Respiratory Distress Syndrome, RDS) wertete die Autorengruppe um David G. Sweet die bis Mitte 2025 verfügbare Evidenz aus. Wichtige Neuerungen betreffen u.a. die Stabilisierung im Kreißsaal und die initiale Sauerstofftherapie.

Neonatales RDS
Tobilander/stock.adobe.com
Nach Extubation kann die synchronisierte NIPPV die Notwendigkeit einer erneuten invasiven Beatmung reduzieren.

Das Respiratory Distress Syndrome (RDS) ist eine Folge der pulmonalen Unreife mit einem Surfactant-Mangel. Es manifestiert sich unmittelbar nach der Geburt mit progredienter Atemnot (z.B. Tachypnoe, Einziehungen, exspiratorischem Stöhnen) bis hin zur respiratorischen Insuffizienz.

Die Diagnose eines RDS ist allerdings im Kreißsaal nicht immer eindeutig möglich. Die Beurteilung von Atemarbeit und Sauerstoffbedarf bleibt oft subjektiv, aber oft die einzige Möglichkeit, über die Notwendigkeit von Surfactant zu entscheiden, schreiben die Leitlinienautoren.

Strategien zur Vermeidung invasiver Beatmung

Daten des Vermont Oxford Network mit knapp 60.000 Frühgeborenen unter 1.500g Geburtsgewicht zeigen, dass mittlerweile rund drei Viertel der zwischen der 24. und 26. Schwangerschaftswoche geborenen Kinder überleben, obwohl bronchopulmonale Dysplasie (BPD) mit 60% weiterhin häufig auftreten.

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Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum pneumo