22. Okt. 2026Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse

Unrupturiertes Hirnaneurysma: Prävalenz gestiegen

Ein unrupturiertes intrakranielles Aneurysma wird offenbar deutlich häufiger nachgewiesen als noch vor zwei Jahrzehnten. Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse mit mehr als 316.000 Personen zeigt insbesondere seit Beginn des 21. Jahrhunderts einen markanten Anstieg der Prävalenz. Allerdings müssen die wenigsten behandelt werden. Höheres Alter, weibliches Geschlecht, Rauchen und arterielle Hypertonie waren u. a. mit einer höheren Prävalenz assoziiert.

Rendering human head on a blue background with a saccular aneurysm
internal carotid artery
ilusmedical/stock.adobe.com

Die Forschenden werteten 162 Studien mit 184 Studienpopulationen aus. Die Untersuchungen aus 25 Ländern umfassten insgesamt 316.131 Personen, bei 11.822 wurde ein unrupturiertes intrakranielles Aneurysma (UIA) nachgewiesen. Für eine definierte Referenzpopulation im Alter von durchschnittlich 50 Jahren, mit einem Frauenanteil von 50% und ohne Komorbiditäten errechneten die Forschenden eine Prävalenz von 3,9% (95 %-KI 3,0–5,1). In hochwertigen Studien mit gesunden Personen lag sie bei 4,9% (95 %-KI 3,9–6,2).

Damit liegen die aktuellen Schätzungen über den Ergebnissen der vorangegangenen Metaanalyse von 2011, die für eine vergleichbare Referenzpopulation eine Prävalenz von 3,2% ermittelt hatte. Besonders deutlich wird der Unterschied bei Betrachtung der jüngeren Studien: Bei gesunden Personen, die zwischen 2002 und 2015 mittels CT- oder MR-Angiografie untersucht worden waren, lag die Prävalenz bei 2,9%. In Studien aus den Jahren 2016 bis 2022 wurden dagegen 6,6% erreicht. Damit ist heute einer von 15 gesunden Erwachsenen Träger eines Hirnaneurysmas.

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Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum neuropsy