Zöliakie neu gedacht: Diagnose ohne Biopsie und Screening für alle?
Die Duodenalbiopsie gilt als Goldstandard zur Diagnose der Zöliakie. Doch ist das noch zeitgemäß? Eine aktuelle Übersichtsarbeit untersucht die Evidenz biopsiefreier Diagnosemethoden und fragt, ob ein systematisches Screening künftig das bisherige Case-Finding sinnvoll und kosteneffizient ersetzen könnte.

Etwa ein Prozent der Weltbevölkerung leidet an Zöliakie. Viele Betroffene bleiben jedoch unerkannt, schreiben Dr. Francesca Manza und Kollegen von der Universität Ferrara. Die chronische Darmerkrankung entsteht auf Basis einer genetischen Veranlagung, vor allem durch HLA-DQ2 und -DQ8. Bei genetisch prädisponierten Menschen kann Gluten eine Immunreaktion mit Bildung spezifischer IgA-Antikörper gegen die Gewebstransglutaminase (tTG) auslösen, die schließlich zur villösen Atrophie führt.
Unspezifische Symptome bei Erwachsenen
Kinder zeigen oft klassische Symptome wie Malabsorption, Diarrhö, Bauchschmerzen und Gedeihstörungen. Erwachsene hingegen leiden häufig unter subtileren Beschwerden. Alarmzeichen sind etwa Anämie, Osteopenie oder kryptogene Hypertransaminasämie. Zudem tritt Zöliakie bei Erwachsenen oft zusammen mit Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes, autoimmuner Thyreoiditis oder Dermatitis herpetiformis auf.
Manza F et al. How to diagnose coeliac disease in 2026? Minerva Gastroenterol (Torino). 2026 Mar;72(1):60-74. doi: 10.23736/S2724-5985.25.04052-5. Epub 2026 Jan 30.
