
Von der katatonen Schizophrenie zur Katatonie
Katatonie gilt vielfach immer noch als Unterform der Schizophrenie. Tatsächlich handelt es sich um ein komplexes neuropsychiatrisches Syndrom, das bei verschiedenen psychischen, neurologischen, internistischen und substanzinduzierten Erkrankungen auftreten kann. Dem trägt auch die ICD-11 Rechnung.

Katatonie gehört zu den klinischen Syndromen, die trotz ihrer potenziell schwerwiegenden Folgen häufig nicht erkannt werden, erklärte Prof. Dr. Oliver Pogarell, Stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am LMU Klinikum München, auf dem DGPPN- Kongress. Nach seiner Einschätzung liegt dies nicht zuletzt an den bisherigen diagnostischen Klassifikationen. Die Katatonie werde „zwangsläufig häufig mit Schizophrenie in Verbindung gebracht“, obwohl katatone Phänomene weit über den schizophrenen Formenkreis hinausreichen.
Vorträge im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), Berlin, November 2025
