Chronischer Beckenschmerz: Eine diagnostische Herausforderung
Chronische Beckenschmerzen sind weit verbreitet: Schätzungsweise 15–30% aller Frauen sind davon betroffen. Dennoch stellt dieses Beschwerdebild aufgrund seiner vielfältigen Ursachen eine diagnostische und therapeutische Herausforderung dar. Welche Maßnahmen Ärztinnen und Ärzte ergreifen können, um die Situation der Patientinnen zu verbessern, erläuterte PD Dr. Sara Imboden, Stv. Chefärztin Gynäkologie und gynäkologische Onkologie am Inselspital Bern, in ihrem Vortrag.

Von chronischen Beckenschmerzen ("chronic pelvic pain") spricht man definitionsgemäß bei persistierenden oder rezidivierenden Schmerzen im kleinen Becken über einen Zeitraum von mindestens drei bis sechs Monaten. "Entscheidend ist, dass die Beschwerden die Lebensqualität, die Arbeitsfähigkeit, die psychische Gesundheit und die Sexualität der Betroffenen beeinträchtigen", betonte die Expertin.
Wie groß die Belastung sein kann, zeigt eine Onlinebefragung von Patientinnen mit selbstdeklarierter Endometriose (1). Mehr als die Hälfte berichtete über täglich sehr starke Schmerzen. Fast die Hälfte fehlte deshalb zeitweise bei der Arbeit oder in der Schule. Mehr als 80% der Betroffenen gaben Probleme in sexuellen Beziehungen an. Und 70–80% hatten das Gefühl, ihr eigentliches Potenzial nicht ausschöpfen zu können. "Das macht deutlich, dass wir unsere Versorgung weiter verbessern müssen, um diesen Patientinnen besser zu helfen", so das Fazit der Expertin.
- Missmer SA et al. Impact of endometriosis on women’s life decisions and goal attainment: a cross-sectional survey of members of an online patient community. BMJ Open. 2022;12(4): e052765. doi: 10.1136/bmjopen-2021-052765
- Nogueira Neto J et al. Prevalence of sexual abuse in women with and without chronic pelvic pain: A systematic review and meta-analysis. Women Health. 2025; 65(8): 684-693
FomF WebUp Experten-Forum Update Gynäkologie, März 2026