28. Juni 2026Deutsche Krebsgesellschaft

S3-Leitlinie Endometriumkarzinom aktualisiert

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie Endometriumkarzinom überarbeitet. Die Leitlinie gibt unter anderem Empfehlungen für eine risikoadaptierte Therapie sowie Hinweise zur Diagnostik und Therapie seltener histologischer Subtypen und erblicher Varianten.

Endometriumkarzinom
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Die S3-Leitlinie entstand unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) sowie unter Mitwirkung von 35 weiteren Fachgesellschaften und Organisationen, darunter auch die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG). Finanziert wurde die Überarbeitung von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie.

Ein Endometriumkarzinom wird häufig in einem frühen Krankheitsstadium diagnostiziert. Es weist daher meist eine günstige Prognose auf. Die Behandlung umfasst je nach Risikoprofil operative, strahlentherapeutische und systemische Therapieansätze. Eine zentrale Rolle spielt dabei die evidenzbasierte risikoadaptierte Therapie, die eine individuelle Behandlungsplanung ermöglicht und bei Patientinnen mit niedrigem Risikoprofil unnötige operative Eingriffe sowie adjuvante Strahlen- und Chemotherapien vermeiden kann.

Operatives Staging beim Endometriumkarzinom

Grundlage der Therapieentscheidung ist die molekular gestützte Risikoklassifikation nach ESGO/ESTRO/ESP, die zwischen Low-, Intermediate-, High-Intermediate- und High-Risk-Erkrankungen unterscheidet. Sie dient sowohl der Planung des operativen Stagings als auch der Indikationsstellung für adjuvante Therapien.

Im Rahmen des operativen Managements können je nach Risikokonstellation Hysterektomie, Salpingo-Oophorektomie sowie eine Sentinel-Node-Biopsie zur Lymphknotenbeurteilung durchgeführt werden. Die aktuelle Leitlinie gibt konkrete Empfehlungen zur Indikation und zum Umfang der Lymphadenektomie.

Adjuvante Strahlen- und Chemotherapie

Auch bei der adjuvanten Therapie ermöglicht die molekulare Risikostratifizierung eine differenzierte Vorgehensweise. Bei ausgewählten Patientinnen kann nach kompletter Tumorresektion auf eine zusätzliche Chemo- oder Strahlentherapie verzichtet werden. Bei höherem Rezidivrisiko kommen vaginale Brachytherapie, perkutane Bestrahlung, Chemotherapie oder kombinierte Radiochemotherapie zum Einsatz.

Darüber hinaus enthält die Leitlinie Empfehlungen für fortgeschrittene Stadien, seltene histologische Subtypen wie das Karzinosarkom sowie zum Fertilitätserhalt bei geeigneten Patientinnen.

Die aktualisierte S3-Leitlinie zum Endometriumkarzinom ist abrufbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/endometriumkarzinom

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