
Tuberkulose: Neue Diagnostik und Therapien im Fokus
Während die Tuberkulose in Mitteleuropa selten geworden ist, steigt die globale Krankheitslast weiter an. Trotz moderner Diagnostik und neuen Therapieoptionen bleibt die Tuberkulose damit weltweit die tödlichste Infektionskrankheit. Neue Impfstoffkandidaten, innovative Testverfahren und erstmals deutlich verkürzte Therapien bei resistenten Formen könnten jedoch einen Wendepunkt darstellen, so Prof. Dr. Christoph Lange beim Pneumo Aktuell 2026.

Trotz aller Fortschritte bleibt die Tuberkulose global eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten – ein Umstand, der in der klinischen Realität Mitteleuropas leicht unterschätzt wird. In seinem Vortrag machte Prof. Lange von der Abteilung für Klinische Infektiologie des Forschungszentrums Borstel deutlich, dass die globale Dimension weiterhin dramatisch ist, durch neue Entwicklungen bei Prävention, Diagnostik und Therapie aber auch neue Chancen entstehen.
Globale Epidemiologie: historisch hohe Krankheitslast
„Das Jahr 2024 war weltweit das Jahr mit der zweithöchsten jemals registrierten Anzahl von Tuberkulose-Erkrankten“, betonte Prof. Lange und verwies dabei auf den im November 2025 publizierten WHO-Bericht. 2023 wurde mit 10,8 Millionen Fällen ein historischer Höchststand verzeichnet. Aktuell leben mehr Menschen mit Tuberkulose als je zuvor, bei einer Inzidenz von über 130 pro 100.000 Menschen.
