Die Urinanalyse richtig nutzen
Wenn man ihn richtig interpretiert, liefert Urin viele Informationen. Ein Experte zeigt, wie die Befunde richtig einzuordnen sind.

Urin ist eines der einfachsten, kostengünstigsten und informativsten diagnostischen Materialien, betont Dr. Robert Schorn, Chefarzt der Nephrologie und des Dialysezentrums am Spital Zollikerberg. "Wenn man ihn richtig interpretiert, liefert er viele unglaublich Informationen." In einem Vortrag zeigt er, wie man Befunde aus Urinstix, Labor und Urinsediment richtig einordnet.
Die Urindiagnostik gehört zu den ältesten diagnostischen Verfahren in der Medizin und reicht bis ins alte Ägypten und Mesopotamien zurück, so Dr. Schorn. Früher nutzten Ärzte Farbe, Geruch und Konsistenz als diagnostische Hinweise. Heute hingegen steht eine präzisere Analytik zur Verfügung. Dennoch bleibt der diagnostische Ansatz ähnlich: Veränderungen im Urin spiegeln häufig systemische oder renale Erkrankungen wider.
Blut im Urin
Ein typischer Ausgangspunkt in der Praxis ist ein positiver Urinstix mit Hinweis auf Blut im Urin. Nach erneuter Kontrolle mit einem zweiten Urinstix sollte bei erneut positivem Befund ein mikroskopisches Urinsediment erfolgen. Eine Mikrohämaturie gilt als pathologisch, wenn im Sediment mehr als drei Erythrozyten pro Gesichtsfeld nachweisbar sind.
Vortrag von Dr. Robert Schorn, "Urinanalyse 2.0 – Relevantes für die Praxis", Ärztekongress Davos, Februar 2026
