10. Feb. 2026Aggression und erhöhte Impulsivität

Wenn die Emotionen von Kindern überkochen

Die meisten aggressiv-impulsiven Kinder sind psychiatrisch völlig gesund. Aggression entsteht hauptsächlich in einer Dynamik des sozialen Zusammenlebens, sei es in der Familie, in der Schule oder in der Peer-Group. Aber auch psychosoziale Belastungen und Social Media spielen eine Rolle. In jedem Fall gilt: Je kleiner die Kinder, desto größer der Unterstützungsbedarf auf Seiten der Eltern!

Aggression unter Kindern
Tatiana/stock.adobe.com

Dass man als Kinderpsychiater auf einem Allgemeinmedizinkongress ein Exot ist, findet Primar Dr. Thomas Trabi, Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Klagenfurt, schade. Ist doch die hausärztliche Praxis oft erste Anlaufstelle für sämtliche Probleme, die im Laufe des Lebens auftreten, darunter auch Probleme psychiatrischer Natur. „Tatsächlich sind psychische Probleme der häufigste Konsultationsgrund in der hausärztlichen Praxis bei Jugendlichen“, so Trabi.

Thomas Trabi
privat

Thomas Trabi

Bei Kindern äußern sich psychiatrische Auffälligkeiten mitunter in Form von Aggressionen. Diese sind in der kindlichen Entwicklung nicht per se pathologisch. „Vielmehr ist Aggression eine Emotion, die durchaus wichtig ist im Leben, die man auch braucht, um zu überleben“, so Trabi.

Darüber hinaus sind Aggressionen Ausdruck erhöhter Impulsivität in bestimmten Entwicklungsphasen, die mit strukturellen Umbauprozessen im Gehirn einhergehen: etwa in der Trotzphase, wo es um Autonomieentwicklung geht, oder in der Pubertät, wo Abgrenzung zu den Eltern immer wichtiger wird.

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