6. Jän. 2026Neue Ergebnisse stellen aktuelle Leitlinienempfehlungen infrage

Verzögerter Antibiotikastart bei stabiler Endokarditis möglich

Bei infektiöser Endokarditis empfehlen europäische und amerikanische Leitlinien, direkt nach der Blutkulturentnahme mit einer empirischen Antibiotikatherapie zu beginnen – unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Ob klinisch stabile Patienten tatsächlich von diesem frühen Vorgehen profitieren, war jedoch bisher unklar. Eine Studie liefert nun neue Erkenntnisse.

Bakterielle Endokarditis oder Herz- und Bakterieninfektion und Septikämie oder Sepsis als Blutvergiftung durch Keime.
freshidea/stock.adobe.com

Die Empfehlungen der Guidelines stützen sich vor allem auf Daten aus anderen klinischen Bereichen. Bei Infektionen der unteren Atemwege, des Harntrakts und des Abdomens verschlechtern sich die Ergebnisse, wenn die Antibiotikatherapie um mehr als 4 bis 8 Stunden verzögert wird.

Auch die Schwere der Erkrankungen spielt eine große Rolle. Denn besonders bei schweren Erkrankungen wie Sepsis oder septischem Schock wirkt sich ein später Therapiebeginn negativ aus. Für milde oder moderate Erkrankungen fehlen jedoch belastbare Daten.

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