28. Okt. 2024Zervixkarzinom mit HPV-Testung verlässlich verhindern

„PAP-Abstrich nicht mehr State-of-the-art“

Der HPV-Test stellte sich in großen Studien als wesentlich sensitiver und spezifischer als der PAP-Abstrich heraus. Hat das jährliche PAP-Screening ausgedient? Wäre es nicht an der Zeit, ein HPV-basiertes Screening zu etablieren? Diese Fragen wurden bei den Grazer Fortbildungstagen beantwortet.

Unbekannte Gynäkologin arbeitet mit Patientin. Vaginalabstrich.
Iryna/AdobeStock

Circa 50% der Menschen, die sexuell aktiv sind, machen in ihrem Leben eine HPV-Infektion durch. Die meisten Infektionen heilen spontan wieder aus, aber ca. 10% persistieren und können mit der Zeit zu einer intraepithelialen Neoplasie (CIN) führen. Es dauert Jahre, bis es zu einer Mikroinvasion und in weiterer Folge zum invasiven Zervixkarzinom kommt.
Harald zur Hausen hat als erster den Zusammenhang zwischen humanen Papilloma-Viren und dem Zervixkarzinom nachgewiesen. Zunächst wurde er für seine These, dass Viren Krebs auslösen können, stark angegriffen. 2008 erhielt er schließlich den Nobelpreis für seine Entdeckung. Mittlerweile weiß man, dass über 95% der Zervixkarzinome HPV-positiv sind (hauptsächlich mit den high-risk-Stämmen HPV-16 und -18). HPV-negative Karzinome sind nicht nur selten, sie gelten fast als Rarität, erklärte Univ.-Prof. Dr. Karl Tamussino, Vorstand der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Graz im Rahmen der Grazer Fortbildungstage.

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