ESCMID: Überwachung und Tests auf Enterovirus-Paralyse
Durch konstant hohe Vakzinierungsraten und globale Gesundheitsüberwachungsprogramme konnte die Poliomyelitis (Kinderlähmung) in fast allen Ländern der Welt, außer Afghanistan und Pakistan, ausgerottet werden. Jedoch können auch andere Enteroviren als Polio die gleichen Symptome der akuten schlaffen Lähmung („acute flaccid paralysis“, AFP) hervorrufen, nur fehlt es weltweit an Überwachungssystemen und spezifischen Tests, um diese Viren mit Lähmungspotenzial aufzuspüren und zu kontrollieren.

Im Rahmen des diesjährigen ESCMID Global Congress (ehemals ECCMID), der von 27. bis 30. April in Barcelona stattfand, sprach Prof. Thea Kølsen Fischer vom Nordsjællands Hospital und der Universität Kopenhagen, Dänemark, über die Gefahren durch Polio und andere Enteroviren. Sie wies auf die Anstrengungen hin, die sie und ihre Kolleginnen und Kollegen in ganz Europa unternommen haben, um 2017 mit dem „European Non-Polio Enterovirus Network“ (ENPEN) ein neues Netzwerk zu gründen und so Infektionen durch Enteroviren besser zu verstehen, die schwere Symptome einschließlich polioähnlicher Lähmungen verursachen.
