ÖDG 2023: Heilung durch Transplantation von Inselzellen?
Ungeachtet aller Verbesserungen der Insulintherapie kann die externe Zufuhr von Insulin die physiologischen Funktionen eines gesunden Pankreas nicht vollständig ersetzen. Daher wird seit Jahrzehnten versucht, das Problem durch Transplantation entweder des gesamten Organs oder von Inselzellen zu lösen. Aktuelle Entwicklungen in der Zellbiologie und Gentechnik könnten diese Strategie zu einem breit anwendbaren klinischen Erfolgsmodell machen.

Die Idee, Typ-1-Diabetes durch eine Transplantation Langerhans’scher Inseln zu heilen, ist nicht neu. Bereits 1981 wurde von der European Association for the Study of Diabetes (EASD) die Arbeitsgruppe AIDPIT (Artificial Insulin Delivery and Pancreas Islet Transplantation) ins Leben gerufen, die bis 2022 bestand und sich zu jährlichen Meetings traf. Ab 2010 kamen offizielle Bemühungen der Europäischen Transplantationsgesellschaft mit der Gründung der European Pancreas and Islet Transplant Association (EPITA) hinzu. Die EPITA tagt, genauso wie zuvor die AIDPIT, einmal im Jahr in Ischgl in Tirol, erzählt Prof. Dr. Lorenzo Piemonti von der Vita Salute San Raffaele Universität in Mailand. Die Universität Innsbruck war von Anfang an führend an den Bemühungen in Richtung Pankreas- und Inseltransplantation beteiligt, so Piemonti.
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