WCP: Die neue ICD-11-Klassifikation der Persönlichkeitsstörungen
Mit der ICD-11 kam es es zu einem Paradigmenwechsel bei der Diagnostik und Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen durch eine Umstellung von einem kategorialen zu einem dimensionalen System.

Die 11. Auflage der International Classification of Diseases (ICD-11) wurde 2019 von der WHO beschlossen und trat mit dem 1.1.2022 offiziell in Kraft. Das neue System stelle „den radikalsten Wandel in der Geschichte der Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen“ dar. Eine allgemeine Diagnose „Persönlichkeitsstörung“ mit einer dimensionalen Schweregraddiagnostik und einer Bestimmung des Profils pathologischer Persönlichkeits-Traits ersetzt die bisherigen spezifischen Persönlichkeitsstörungskategorien. Das neue Klassifikationssystem zeigt eine hohe Kompatibilität mit modernen psychodynamischen Konzepten von Persönlichkeitsstörungen wie dem objektbeziehungstheoretischen Modell von Kernberg und der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD).
