Auffälliges Darmmikrobiom bei amyotropher Lateralsklerose
Die randomisierte, kontrollierte, klinische FETRALS-Studie untersucht die Wirksamkeit der Stuhltransplantation bei Patientinnen und Patienten mit früher amyotropher Lateralsklerose (ALS). Daten zum primären Endpunkt sind noch nicht verfügbar, doch erste Analysen zeigen tatsächlich signifikante und definierte Auffälligkeiten des Darmmikrobioms von ALS- Patientinnen und -Patienten.

Die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist die häufigste Motoneuronerkrankung des Erwachsenenalters und durch zunehmende Atrophie der Muskulatur sowie Funktionseinschränkung der Willkürmotorik gekennzeichnet. Die Inzidenz liegt in Europa bei 2,8 pro 100.000 und in Nordamerika bei 1,8 per 100.000. Bei den meisten Betroffenen führt die ALS innerhalb weniger Jahre zum Tod durch respiratorisches Versagen. Bei fünf bis zehn Prozent der ALS-Erkrankten kann eine erbliche Genese nachgewiesen werden. Bei den über 90 Prozent sporadischen Erkrankungen ist die Ätiologie bei weitem noch nicht vollständig geklärt. Aktuell gehe man davon aus, dass oxidativer Stress, Exotoxizität an Synapsen sowie die Aktivierung proinflammatorischer Pathways die maßgeblichen Triggerfaktoren sind, so Dr. Alessandra Guarnaccia vom Columbus-Gemelli Universitätskrankenhaus IRCCS in Rom. Sowohl im Blut als auch im Liquor von ALS-Patientinnen und ALS-Patienten steht ein Anstieg der CD4+ T Zellen (TH2) einer Abnahme regulatorischer T-Zellen (Treg) gegenüber, womit sich das typische Bild eines inflammatorischen Status ergibt. Von Maßnahmen zur Förderung der Treg Population erwartet man sich daher zumindest in der Theorie auch günstige Wirkungen auf die Klinik der ALS.
- Pellegrini C et al. Acta Neuropathol. 2018 Sep; 136(3):345–361
- Mandrioli J et al. Front Neurol. 2019 Sep 20; 10: 1021