Die Angst vor Kontrollverlust

Es ist eine eigenartige Zeit. Die meisten Menschen, die jünger als achtzig Jahre alt sind, sind nicht vertraut mit Situationen, in den man nicht planen oder einem gewohnten Alltag nachgehen kann – es sein denn, ein persönliches Schicksal wie eine Krankheit, ein Unfall oder Ähnliche haben von heute auf morgen alles auf den Kopf gestellt. Aber dass weltweit die nächste Zukunft nicht planbar ist, ist unserer Generation nicht vertraut.

Vektor-Cartoon-Illustration von zwei Männern, die für chirurgische Gesichtsmaske kämpfen. Konzept des Mangels an Schutzmasken auf dem Markt während der Coronavirus COVID-19-Epidemie
Zdenek Sasek

Das macht natürlich Angst, und das kann man zum Teil verstehen. Hier zeigen sich die Extreme: Auf der einen Seite die unverbesserlichen Optimisten, die fest daran glauben, dass schon bald wieder alles im Griff ist, auf der anderen Seite die LeugnerInnen jeglicher Realität, die sich täglich die Welt stricken, wie sie ihnen am besten gefällt, mit einfachsten Erklärungen. So musste ich mir unlängst auf Social Media von völlig unbekannten, unbedarften Menschen sagen lassen, Apotheken kriegten doch genau nichts mit von einer angespannten Corona-Situation, und wenn Intensivstationen „eh nur zu fünfzig Prozent“ voll seien, hieße das ja noch immer, dass die anderen fünfzig Prozent noch immer frei seien, so what? Staunend ob solcher Ignoranz kann man sich da nur ausklinken, sonst bekommt man ein Magengeschwür.

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