Home / Arzneimittelprofile / ArzneimittelPROFIL Sunitinib Mai 2011

ArzneimittelPROFIL Sunitinib Mai 2011

Sunitinib ist ein oraler Tyrosinkinaseinhibitor, der mehrere Rezeptortyrosinkinasen (RTK) an Tumorzelle, Endothelzelle und Perizyt blockiert. Dadurch wird die Neoangiogenese und bei manchen Tumoren auch die Zellproliferation direkt erfolgreich unterdrückt. Dies zieht beträchtliche klinische Wirksamkeit nach sich. Eine Antitumoraktivität von Sunitinib wurde erstmals im metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) nachgewiesen, einer Tumorart, die hochresistent gegenüber Chemotherapeutika ist und bis dahin lediglich mit Zytokinen behandelt werden konnte. Genauso kann Sunitinib bei Imatinib-Resistenz oder -Unverträglichkeit erfolgreich bei Patienten mit gastrointestinalem Stromatumor (GIST) angewendet werden, für das es bisher keine etablierte Therapie zur Zweitlinienbehandlung gab. Dies zeigen die Ergebnisse von randomisierten Studien. Sunitinib konnte bei mRCC das progressionsfreie Überleben sowie das Gesamtüberleben deutlich verlängern. Auch bei GIST war die Zeit bis zur Tumorprogression deutlich verlängert, und das Gesamtüberleben wurde positiv beeinflusst. Bei neuroendokrinen Tumoren (NET) des Pankreas gibt es ebenfalls vielversprechende Befunde für ein verlängertes progressionsfreies und Gesamtüberleben, was zu einer raschen Zulassungserweiterung von Sunitinib im November 2010 geführt hat. Da die Behandlungsoptionen bei NET des Pankreas bisher stark limitiert waren, lässt Sunitinib nun zum ersten Mal auf eine erfolgreiche Bekämpfung auch dieses seltenen Tumors hoffen.
Das Ansprechen zahlreicher RTK auf Sunitinib führt zu unterschiedlichen Nebenwirkungen. Dennoch ist seine Verträglichkeit im Allgemeinen gut. Die häufigsten Nebenwirkungen aller Schweregrade umfassen u.a. Erschöpfung; gastrointestinale Beschwerden wie etwa Durchfall, Übelkeit, Stomatitis, Oberbauchbeschwerden und Erbrechen; Verfärbung der Haut; Dysgeusie und Anorexie. Bei Patienten mit soliden Tumoren waren Erschöpfung, Hypertonie und Neutropenie die häufigsten Nebenwirkungen im Grad 3 und eine erhöhte Lipase die häufigste Nebenwirkung im Grad 4.
Trotz der oralen Verabreichung sollten die Patienten während der Therapie engmaschig kontrolliert werden, besonders in den ersten drei Therapiemonaten. Dies gilt aufgrund möglicher hämatologischer Nebenwirkungen insbesondere für das Blutbild, aber auch um das Auftreten potenzieller kardiovaskulärer Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
Zielgerichtete Therapien mit Tyrosinkinaseinhibitoren haben einen Paradigmenwechsel in der Therapie von mRCC, GIST und NET des Pankreas herbeigeführt und die Behandlungssituation für die Patienten deutlich verbessert. In der palliativen Situation mit dem Therapieziel einer Lebenszeitverlängerung ohne Verschlechterung der Lebensqualität muss die Balance zwischen Effektivität, Toxizität und Lebensqualität genau abgewogen werden. Im Falle von Sunitinib fällt diese Balance in den Studien positiv aus, was für den Nutzen einer Sunitinib-Therapie spricht.

Download: ArzneimittelPROFIL Sunitinib Mai 2011

Ihre Vorteile auf medONLINE.at

  • Personalisierte Inhalte auf Ihr Profil zugeschnitten
  • DFP Fortbildung: e-Learnings, Literaturstudien & MM-Kurse
  • Aktuelle Fachartikel, State-of-the-Art-Beiträge, Kongressberichte, Experteninterviews

Registrieren Sie sich jetzt kostenlos & und bleiben Sie top-informiert!

LOGIN

Login

Passwort vergessen?