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ArzneimittelPROFIL Dalteparin September 2008

Dalteparin - September 2008

Gerinnungshemmende Medikamente, insbesondere die niedermolekularen Heparine (NMH), ermöglichen es in der Primär- und Sekundärprävention, möglicherweise lebensbedrohliche thromboembolische Ereignisse und Pulmonalembolien in speziellen Krankheitssituationen zu verhindern. Dalteparin ist ein NMH mit einem mittleren Molekulargewicht von 5.000D, das indirekt über Bindung an Antithrombin hauptsächlich Faktor-Xa und Thrombin inhibiert und damit die Gerinnungsaktivität verringert. Im Vergleich zu unfraktioniertem Heparin (UFH) weist der Wirkstoff eine bei Weitem bessere Bioverfügbarkeit und eine längere Halbwertszeit auf, die ein Labormonitoring nur in Ausnahmesituationen (z.B. bei höhergradiger Nierenfunktionseinschränkung) notwendig machen.
Dalteparin wurde in Österreich erstmals 1986 zugelassen. Indikationen sind die Thromboembolieprophylaxe in der peri- und postoperativen Phase, die Behandlung tiefer Venenthrombosen sowie die langfristige Prophylaxe des Wiederauftretens venöser Thromboembolien bei Krebspatienten, die Thromboseprophylaxe bei Patienten, die in ihrer Mobilität wegen einer akuten internistischen Erkrankung eingeschränkt sind, und die Behandlung instabiler Koronargefäßerkrankungen. Darüber hinaus ist Dalteparin das einzige NMH, das für die Reisethromboseprophylaxe bei Patienten mit hohem Risiko zugelassen ist. Eine weitere Indikation, für die Dalteparin zugelassen ist, betrifft die Hämodialyse und -filtration. Der Wirkstoff ist für die ambulante Behandlung und die Selbstapplikation geeignet. Der Vorteil der Verwendung von NMH gegenüber UFH liegt in der Vermeidung heparinspezifischer Nebenwirkungen und dem selteneren Auftreten einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie. Entgegen den anfänglichen Erwartungen reduzieren Dalteparin und andere NMH jedoch ein erhöhtes Blutungsrisiko nicht.
Zusammenfassend ist Dalteparin mindestens genauso wirksam und sicher wie UFH. Der Wirkstoff hat, da er einfach zu verabreichen ist und keine Notwendigkeit für ein Labormonitoring besteht, in den meisten Indikationsgebieten den Einsatz von UFH verdrängt. Sein Einsatz hat sich daher in der Praxis etabliert. Studien, in denen verschiedene NMH gegeneinander verglichen wurden, gibt es kaum und lassen aufgrund unterschiedlicher Studiendesigns, Behandlungsstrategien und Wirksamkeitsparameter nicht den Schluss zu, dass eines der eingesetzten NMH einem anderen überlegen ist.

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