Home / Arzneimittelprofile / ArzneimittelPROFIL Bevacizumab April 2013

ArzneimittelPROFIL Bevacizumab April 2013

Mammakarzinome zeigen gegenüber gesundem Brustgewebe eine Überexpression des Vascular Endothelial Growth Factor-A (VEGF-A). Mit Bevacizumab steht ein monoklonaler Anti-VEGF-Antikörper gegen diesen Schlüsselmediator der Neovaskularisierung im Tumor zur Verfügung. Durch Modifikation bereits bestehender Tumorgefäße bewirkt der Antikörper auch eine Sensitivierung gegen gängige Chemotherapeutika. Der Anti-VEGF-Antikörper zeigte in mehreren Erstlinien-Studien im metastasierten Setting eine signifikante Verbesserung der Ansprechraten. In der Studie AVG2119g war das Gesamtansprechen mit Bevacizumab-Zugabe zu Capecitabin verdoppelt (19,8 vs. 9,1%) und in der Studie E2100 mit Paclitaxel um rund 15 Prozent gesteigert (36,9 vs. 21,2%). In E2100 war auch das progressionfreie Überleben (PFS) signifikant verbessert (11,8 vs. 5,9 Monate). Die großen Studien RIBBON-1 und AVADO konnten einen signifikanten PFS-Vorteil durch Bevacizumab-Zugabe zu verschiedenen Chemotherapien bestätigen.
In RIBBON-1 zeigte sich im Capecitabin-Arm ein Gewinn von 2,9 Monaten, im Taxan/Anthrazyklin-Arm waren es 1,2 Monate.
Auch in AVADO – Docetaxel plus/minus Bevacizumab – betrug der PFS-Unterschied 1,2 Monate. Eine Metaanalyse von E2100, RIBBON-1 und AVADO fand auch einen Benefit für die prognostisch ungünstige Gruppe der Patientinnen mit triple-negativen Tumoren (8,1 vs. 5,4 Monate).
In der Zweitlinienstudie RIBBON-2 verlängerte Bevacizumab gegenüber alleinigen Chemotherapien das PFS von 5,1 auf 7,2 Monate. Dabei wurde in der Taxan-Gruppe mit acht Monaten das längste PFS erreicht. Auch in RIBBON-2 profitierten triple-negative Patientinnen besonders von Bevacizumab (6,0 vs. 2,7 Monate).
Im (neo-)adjuvanten Setting steigerte der Angiogenesehemmer in den Studien B-40 und GBG44 die Rate an pathologisch kompletten Remissionen nur mäßig. In der prospektiven Studie BEATRICE bei triple-negativen Tumoren bewirkte adjuvantes Bevacizumab nur einen Trend zur Reduktion der Ereignisrate. Studien zur Identifizierung prädiktiver Biomarker laufen bereits. Als Biologikum verursacht Bevacizumab nur wenig Grad-3/4-Nebenwirkungen, an erster Stelle die Wirkprinzipbedingte Hypertonie bei bis zu 15% sowie Proteinurie bei bis zu 2,7% der Patientinnen.

Download: ArzneimittelPROFIL Bevacizumab April 2013

Ihre Vorteile auf medONLINE.at

  • Personalisierte Inhalte auf Ihr Profil zugeschnitten
  • DFP Fortbildung: e-Learnings, Literaturstudien & MM-Kurse
  • Aktuelle Fachartikel, State-of-the-Art-Beiträge, Kongressberichte, Experteninterviews

Registrieren Sie sich jetzt kostenlos & und bleiben Sie top-informiert!

LOGIN

Login

Passwort vergessen?