Home / Arzneimittelprofile / ArzneimittelPROFIL Alemtuzumab Dezember 2014

ArzneimittelPROFIL Alemtuzumab Dezember 2014

Der monoklonale Antikörper Alemtuzumab bindet an das Glykoprotein CD52, das sich unter anderem auf der Oberfläche von Lymphozyten befindet, und führt durch Komplementfixierung und antikörperabhängige, zellvermittelte Zytotoxizität zu deren Lyse. Dieser Prozess führt zur selektiven Beseitigung von Lymphozyten aus der Zirkulation, darunter auch reife, die potenziell autoreaktiv sind. Alemtuzumab supprimiert vor allem aktive B- und T-Lymphozyten, die maßgeblich an der Entzündungsaktivität im ZNS und der Zerstörung der Myelinscheide bei Multipler Sklerose (MS) beteiligt sind. Das klinische Entwicklungsprogramm umfasste unter anderem zwei randomisierte Phase-III-Studien, in denen Alemtuzumab mit Interferon beta-1a (IFNβ-1a) als aktivem Komparator verglichen wurde. Eingeschlossen wurden Patienten mit aktiven schubförmigen MS-Formen, die entweder therapienaiv waren (CARE-MS-I) oder unter Vortherapie weiterhin Schübe erlitten hatten (CARE-MS-II). In beiden Studien reduzierte Alemtuzumab die jährliche Schubrate signifikant gegenüber IFNβ-1a. In CARE-MS-II war auch die Behinderungsprogression im Vergleich zu IFNβ-1a signifikant verlangsamt. Außerdem entwickelten Patienten unter Alemtuzumab fast um ein Viertel weniger neue oder sich vergrößernde T2-Läsionen in der Magnetresonanztomographie (MRT).
Alemtuzumab scheint eine Depletion und „Reprogrammierung“ des Immunsystems auszulösen, die, sofern in Phasen der Erkrankung angewandt, in denen inflammatorische Prozesse dominieren, vor weiterer Demyelinisierung schützen und langfristig axonale Degeneration verhindern soll. Alemtuzumab weist ein komplexes Nebenwirkungsprofil auf. Am häufigsten treten infusionsbedingte Reaktionen, Infektionen der oberen Atem- und der Harnwege, Lymphopenie und Leukopenie auf. Ein größeres Problem stellen jedoch sekundäre Autoimmunerkrankungen wie die immunthrombozytopenische Purpura (ITP) sowie Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen dar. Zusammengefasst erwies sich Alemtuzumab als deutlich wirksamer als IFNβ-1a, wobei es sehr nachhaltig in das
Immunsystem eingreift.

Download: ArzneimittelPROFIL Alemtuzumab Dezember 2014

Ihre Vorteile auf medonline.at

  • Personalisierte Inhalte auf Ihr Profil zugeschnitten
  • DFP Fortbildung: e-Learnings, Literaturstudien & MM-Kurse
  • Aktuelle Fachartikel, State-of-the-Art-Beiträge, Kongressberichte, Experteninterviews

Registrieren Sie sich jetzt kostenlos & bleiben Sie top-informiert!

Jetzt für unsere Newsletter anmelden!

In unseren Newslettern informieren wir Sie regelmäßig über Neuigkeiten aus der Welt der Medizin, neue Fortbildungen und fachspezifische Inhalte.

LOGIN

Login

Passwort vergessen?