Polymyalgia rheumatica: häufig, aber leicht zu übersehen
Ein steifer Schultergürtel am Morgen, Schmerzen beim Aufstehen oder Anziehen – bei älteren Patienten steckt dahinter nicht immer nur Verschleiß. Die Polymyalgia rheumatica (PMR) wird trotz ihrer Häufigkeit oft übersehen oder mit anderen Erkrankungen verwechselt. Dabei lässt sie sich meist gut behandeln.

Die Polymyalgia rheumatica (PMR) gilt heute nicht mehr primär als Erkrankung der Muskulatur, sondern als eigenständige entzündliche Erkrankung periartikulärer Strukturen. Sie betrifft fast ausschließlich Menschen über 50 Jahre. Am häufigsten tritt sie zwischen 70 und 80 Jahren auf. Frauen erkranken etwa dreimal so häufig wie Männer. Typisch sind Schmerzen und Steifheit im Schulter- und Beckengürtel, oft begleitet von Fatigue, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder leichtem Fieber.
Eine Besonderheit sind die geografischen Unterschiede: Die meisten Erkrankungen finden sich bei Menschen nordeuropäischer Abstammung. In Skandinavien und Großbritannien gibt es 41 bis 113 Fälle pro 100.000 Personen über 50 Jahren, in Italien und Spanien hingegen nur 13 bis 13,5. Neben Umwelteinflüssen spielen vermutlich genetische Faktoren eine Rolle.
- Rosenberg H et al. Recognising and managing polymyalgia rheumatica. BMJ. 2026; 394: e407803. doi: 10.1136/bmj-2026-407803.